Collector Talk Special: Nintendo Switch – Wir haben Hand angelegt

von | 20. Januar 2017 | Collector Talk | 0 Kommentare

Ganz ehrlich: Ich liebe Nintendo. Als ich das erste Mal diesen großen grauen Kasten namens GameBoy in den Händen hielt und fast schon panisch versuchte, Blöcke – in verschiedenen Formen – richtig anzuordnen, bevor alles zusammenbricht, war es um mich geschehen.

Da mein damaliges Einkommen gerade so für das wöchentlich erscheinende Micky Maus-Magazin reichte, war schnell klar, dass ich hier ohne die Hilfe meiner Erziehungsberechtigten nicht weiterkam. Diese stellten sich jedoch quer und auch das Christkind zeigte sich überraschenderweise wenig kooperativ.

Irgendwann war es dann doch so weit, ich hielt meinen ersten eigenen GameBoy in den Händen. Den GameBoy Color. Auch an mein erstes Spiel erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen: Harvest Moon GB. Landluft für die Stadtkinder sozusagen.

Es folgte ein N64, ein Gamecube und ja, sogar eine Wii zum Release wurde gekauft. Selbstverständlich kamen auch die Handheld-Varianten nicht zu kurz. Nintendo war einfach die Marke, die in der Zeit des Erwachsenwerdens immer präsent war. Egal ob im Krankenhaus, Zuhause oder auf Reisen.

Aus diesem Grund hat Nintendo auch einfach einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und ich bin mir sicher, dass es vielen anderen auch so geht. Schließlich sind es die schönen und positiven Erinnerungen, an die wir am liebsten zurückdenken.

Nintendo Switch Event

Nun war es also so weit. Via Stream konnte man am 13. Januar die große Nintendo Switch Präsentation live mitverfolgen. Während viele wichtige Punkte wie etwa der Online-Service oder die Umwandlung von stationärer zu portabler Konsole leider nur am Rande angeschnitten wurden, richtete man den Fokus auf Unterhaltung und die kleinen Joy-Cons. Zurück blieb ein verwirrter Endkonsument, der nun eine Entscheidung treffen muss, ob er sich die neue Konsole ins Haus holt oder nicht.

Da kam es natürlich ganz gelegen, dass Nintendo zu einem Switch Hands-On Event in verschiedenen Städten einlud. Darunter auch München. Steffi, Kris und ich waren vor Ort. Wie uns persönlich das Event gefallen hat und was wir von der neuen Konsole halten, erfahrt ihr weiter unten.

Todesblick und Melken

Für den Einstieg ging es mit 1-2 Switch* los. Die Minispielesammlung, die auch zum Release erhältlich sein wird, kommt nach offiziellen Angaben mit mehr als 20 kleinen Spielchen daher. Sechs waren auf dem Event direkt anspielbar: Revolverhelden, Wettmelken, Samurai-Training, Safeknacker, Tanz mir nach! und Kugelschätzen.

Bei allen Spielen stehen die Joy-Cons im Vordergrund. Diese wirken tatsächlich sehr wertig und fühlen sich durch die matte Oberfläche sehr gut an. Allerdings sind sie auch genauso klein wie befürchtet.

Während Kugelschätzen und Safeknacker durch das sehr präzise Vibrations-Feedback (HD Rumble) überzeugten, blieb einem bei Revolverhelden fast nichts anderes übrig als den Gegner mit bösen Blicken aus der Fassung zu bringen. Beim Wettmelken zuhause sollte man eventuell doch lieber die Vorhänge zuziehen, um böse Überraschungen mit den Nachbarn zu vermeiden.

Warum man 1-2 Switch nicht jeder Konsole beilegt, ist mir persönlich ein Rätsel. Ähnlich wie damals Wii Sports eignet es sich wunderbar, die Joy-Cons und ihre Funktionsweise besser kennenzulernen.

Arms

Die neue IP aus dem Hause Nintendo. Vom Trailer wenig überzeugt ging es nun in den Selbsttest. Das Tutorial zeigte einem, wie man springt, dashed, schlägt und greift. Auch eine „Superattacke“ gab es. Trotzdem war das erste Match mehr ein wildes Herumgefuchtel als alles andere. Erst als ein wirklich sehr freundlicher und motivierter Nintendo-Mitarbeiter kam und die eigentliche Spieltiefe erklärte, wurde vieles klarer. So lernte man beispielsweise, dass Schläge geblockt werden können und der Block wiederum mit einem Griff durchbrochen werden kann. In bekannter Stein, Schere, Papier Manier eben. Auch zu den verschiedenen Waffen gab es Erläuterungen. Ebenso, wie man die verschiedenen Stages zu seinen Vorteilen nutzen konnte. Und tatsächlich! Nach der etwas ausführlicheren Einweisung wirkten die Kämpfe zumindest ansatzweise koordiniert und taktisch. Auch ein gewisser Lerneffekt machte sich breit. Ob die eigentliche Spieltiefe von Arms* allerdings von vielen erkannt wird, ist fraglich.

Die Nebendarsteller

Neben den nintendoeigenen Marken konnte man auch Ultra Street Fighter II: The Final Challengers, Super Bomberman R*, Has-Been Heroes, Fast rmx, Disgaea 5, Skylanders Imaginators, Sonic Mania und Just Dance 2017 anspielen. Persönlich habe ich mir nur Ultra Street Fighter II angeschaut. Hier sind einem direkt die beiden neuen Charaktere Evil Ryu und Violent Ken ins Auge gestochen. Grafisch ist der Titel im Stile vom Super Street Fighter 2 HD Remix.

Gespielt wurde mit dem Switch Pro Controller, der dafür auf voller Linie überzeugte. Das D-Pad eignet sich für Street Fighter perfekt und auch sonst liegt der Controller sehr angenehm in der Hand. Zumindest hatte ich nie das Gefühl, dass irgendetwas zu klein wirkte oder man versehentlich mehrere Tasten auf einmal drückt.

It’s-a Me, Mario!

Wenngleich Mario Odyssey nicht anspielbar war, war der knuffige Klempner zumindest in Form von Mario Kart 8 Deluxe* vertreten. Neben der Möglichkeit das Spiel mit dem Joy-Con Lenkrad zu testen, konnte man auch im portablen Modus der Switch gegen bis zu sieben andere Spieler antreten. Nun gut, so sollte es dann auch sein. Also nichts wie ran an die Geräte. Fast schon überfordert von der immensen Auswahl an Charakteren galt es nun eine Figur zu wählen. Neben den üblichen Verdächtigen kann man in Mario Kart 8 Deluxe zusätzlich mit König Buu Huu, Inkling-Junge und Mädchen sowie – mein persönlicher Favorit – Knochentrocken die Strecken unsicher machen. „Schnell“ noch das passende Vehikel ausgewählt und los ging es. Zwar habe ich mich nicht mit Ruhm bekleckert, aber wie wir alle wissen, steht bei Mario Kart stets der Spaß im Vordergrund und wer weiß, vielleicht stimmt diese Aussage ja sogar, wenn wir alle nur fest genug daran glauben. Ich werde jedenfalls ein paar extra Runden Training einlegen!

Das Highlight

Ich weiß, alle haben nur Augen für Link und sein neuestes Abenteuer. Trotzdem war mein Höhepunkt des Abends ein anderes Spiel. Nämlich Snipperclips.

Snipperclips ist ein Koop-Puzzler, bei dem es darum geht, Rätsel in Zusammenarbeit zu lösen.
Hierzu müssen zwei wirklich süße Papiere zurechtgeschnitten und gedreht werden. Da man sich allerdings nicht selbst ein Eck abbeißen kann, ist man komplett auf den Partner angewiesen. Je nach Aktion verändert sich zudem die Mimik der Figuren. Die lustige Präsentation sorgt dafür, dass der Spaß erhalten bleibt, selbst wenn ein Rätsel nicht direkt gelöst werden kann und ja, vielleicht hatte ich auch etwas zu viel Spaß dabei, den Papierfreund meines Partners komplett zu zerschneiden.

Gespielt wird Snipperclips im Tabletop Modus. Das bedeutet, dass das Tablet auf den Tisch gestellt wird und sich jeder einen Joy-Con schnappt. Leider erweist sich das Spielen mit dem kleinen Gerät dann doch als etwas fummelig. Einem kurzweiligen Zocker-Abend oder einer kurzen Partie im Flugzeug tut dies dennoch keinen Abbruch.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Was soll ich dazu noch sagen? Zunächst Hut ab Nintendo, dass man extra für das Event Eiji Aonuma, den langjährigen Kopf hinter der The Legend of Zelda-Serie für ein kurzes Vorbeischauen nach München eingeladen hat. Das ist wirklich ein sehr schöner Fanservice. Nun zum Spiel: Ich liebe jetzt schon die Freiheiten, die man in The Legend of Zelda: Breath of the Wild*
haben wird und die große Welt, die es zu entdecken gibt. Trotz 900p bzw. 720p Mobil sah ein Zelda-Spiel nie schöner aus. Der Wechsel zwischen stationärem und mobilem Spielen verlief ebenfalls reibungslos; ohne Zeitverzögerung und Ruckeleien. Ob der Titel alleine den Kauf der Nintendo Switch rechtfertigt mag ich allerdings nicht zu beurteilen, schließlich erscheint der Titel auch für die Wii U.

Katrins Meinung

Katrin
Tatsächlich würde ich mir für Nintendo wünschen, dass die Switch ein riesen Erfolg wird und so auch langfristig für 3rd-Party Spiele interessant bleibt. Potenzial ist definitiv da. Trotzdem habe ich nach wie vor gemischte Gefühle. Zumindest beim Thema Heimkonsole. Das HD Rumble ist ganz nett, aber meiner Meinung nach wieder so eine Nintendo-Verrücktheit. Ein fast schon verzweifelter Schrei anders zu sein als alle Andere. Klar, dank 1-2 Switch wird man bestimmt die eine oder andere Stunde Spaß mit dem Feature haben, aber wie sieht es in einem Jahr aus? Soll dann ähnlich wie bei der Wii krampfhaft versucht werden an einer Technologie festzuhalten, die sowieso nur noch halbherzig in Spiele integriert wird? Auch die Verwendung von Cartridges und dem erweiterbaren internen Speicher lässt bei mir eher den Verdacht aufkommen, dass die Switch eigentlich mehr Handheld als Heimkonsole sein will. Man hat das Gefühl Nintendo versucht es allen Recht zu machen und sich gleichzeitig von der Konkurrenz abheben zu wollen. Ich würde mir eine etwas geradlinigere Taktik wünschen und auch einen offeneren Umgang mit den Endverbrauchern. Gespannt bin ich aber trotzdem, wo die Reise hingeht.

Steffis Meinung

Steffi
Die Nintendo Switch hat mich ehrlich gesagt sehr überrascht. Meine Gedanken vor dem Event: zu groß, zu schwer, unhandlich und irgendwie so ähnlich wie das übergroße Touchscreengamepad der Wii U.
Ich wurde eines Besseren belehrt. Die Switch ist sehr hochwertig verarbeitet und wirkt durch die matte Optik sehr edel. Sie liegt gut in der Hand und es lässt sich wunderbar in der Handheld-Funktion damit zocken. Auf dem Display kann man sogar im Split Screen, dank der guten Auflösung, super zu zweit spielen. Die Rumble-Funktion der Joy-Cons ist wirklich von einem anderen Stern, wie ich beim Minigame Kugelschätzen erfahren durfte.

Für mich stellt die Switch in erster Linie einfach einen wunderbaren neuen Handheld dar, mit der Zusatzfunktion auch mal auf dem Fernseher zu zocken. Die Akkulaufzeit ist ja dank der Komptabilität für Powerbanks auch kein ernstes Problem mehr.

Ich freue mich auf Spiele wie Mario Kart, Zelda, Arms und vor allem Wettmelken 😉

Kris Meinung

Kris
Ich muss sagen, ich bin Dienstagnacht mit einem Lächeln im Gesicht vom Nintendo Switch Event, in München, nach Hause gegangen. Klar wird das gute Stück niemals im Powerhouse-Kampf mit der Konkurrenz mithalten können, doch das war auch schon lange nicht mehr Nintendos Ziel. Klar gibt es fragwürdige Blicke, wenn man liest, dass Zelda nur in 900p daherkommt und trotzdem mit den 30 Frames zu kämpfen hat. Dennoch hat mir der kleine Kasten in kürzester Zeit ein Gefühl dafür gegeben, warum er für mich funktionieren wird.

Für mich ist die Switch zu allererst der beste Handheld, den man momentan erwerben kann. Dazu kommt die Tatsache, dass es sich bei ihr um eine 3in1-Konsole handelt und das merkt man genau dann, wenn man sie als stationäres Gerät mit anderen vergleicht. Sie zieht nahezu überall den Kürzeren. Wenn man jedoch nicht nur einen Teil, sondern alles was sie mitbringt auf die Habenseite setzt, sieht die Diskussion schon etwas anders aus. Eine technisch nicht ganz auf der Höhe liegende TV-Konsole trifft einen sehr guten Handheld und bietet gleichzeitig noch die Möglichkeit unterwegs mit Kumpels gemeinsam zu Zocken? Das klingt für jemanden, der damals noch einen Röhrenfernseher und eine Playstation 1 mit ins Schullandheim (gibt es sowas heute überhaupt noch?) genommen hat, doch für ein recht attraktives Angebot.

Zu den Spielen fass ich mich kurz. Zelda sieht aus, wie das Brett, das alle erwarten. Mario Kart 8 bekommt endlich einen Battle-Modus und wird dadurch nur noch fantastischer. 1-2 Switch macht was es soll: Es zeigt als Minispielsammlung auf, was alles mit der Switch möglich ist. Besonders gut gefallen hat mir der HD Rumble der Joy-Cons. Wie gut die neue Vibration wirklich funktioniert glaubt man erst, wenn man es ausprobiert hat. Für mich ein perfektes Spiel, um es der Konsole beizulegen. Dafür aber viel Geld in die Hand zu nehmen empfinde ich als schwierig. Arms hat mich mit mehr Spieltiefe überrascht, als ich anfangs erwartet hätte und Snipperclips, ein Spiel bei dem man Koop-Rätsel lösen muss indem man sich mehr oder weniger zu unterschiedlichen Formen zurechtschneidet, hat in kürzester Zeit mein Herz erobert.

Am Ende des Tages muss jeder selbst entscheiden ob sich die Anschaffung der Switch lohnt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den 3. März und bin dann auch erstmal eine Woche auf Urlaub in Hyrule.

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