Collector Talk #3: Sammler stellen sich vor – Loot tut Gut von @HerrGorelach

von | 15. August 2017 | Collector Talk | 0 Kommentare

Dies ist ein Gastbeitrag von Sascha Gerlach.
Manch einer kennt mich vielleicht schon, ob über das Spielemagazin next2games, unseren Podcast Multimaniacs, oder durch hochpräsenten Blödsinn auf Twitter. Die liebe Kat hat mich gefragt, ob ich nicht einmal etwas mehr zu meiner Sammelleidenschaft erzählen möchte. Und – wie auch sonst bei Mr. Extro – natürlich möchte ich das! Folgt mir auf eine abenteuerliche Safari durch mein Wohnzimmer…und meine Küche…und mein Schlafzimmer. Ach seht es einfach als Nerd-Cribs. Viel Spaß!

Loot tut gut – Wieso meine Sammelleidenschaft mehr ist, als Besitz zu horten

Irgendwo mag ich es ja schon sehr, wenn bewundernde Aussagen wie „in deiner Wohnung würde ich Stunden zubringen wollen“ oder „…wie ein Comicladen“ zu lesen oder zu hören. Doch es gibt auch kritische oder sogar irgendwo beleidigende Stimmen, wie man so viel Kram sammeln kann und dass man das Geld lieber mal sparen sollte. Ja, mag was dran sein.

Das große „ABER“

Viele meiner Schätze befinden sich seit meiner Kindheit in meinem Besitz. Ich zähle 85 von insgesamt 97 veröffentlichten WWF (heute WWE) Figuren von Hasbro in meinem Regal. Diese habe ich 1993 angefangen zu sammeln. Sie sind bespielt, ich habe sie in Sonderangeboten, auf Flohmärkten oder in Ramschläden abgestaubt. Videospiele sammle ich sogar noch länger. Seit meine Eltern 1990 das NES gekauft haben (und damals spielte noch die ganze Familie dran), war es um mich geschehen.

Wrestling-Sammlung

Ihr seht, das sind keine spontanen Käufe, sondern lang gehegte und gepflegte Sammlungen. Doch da steckt nicht nur Geld und Zeit drinnen. Viel wichtiger ist, dass gerade bei den ganz alten Exponaten meiner umfangreichen Ausstellung so viele Erinnerungen an meine Kindheit hängen. Ich besitze selbst meine Batman-Malbücher noch, die ich mit vier Jahren total vollgekrakelt habe. Das Innenleben will ich niemandem zumuten. Doch allein zu wissen, dass sie noch existieren, lässt mich einen Teil meiner Kindheit heute noch erleben.

Dieses Gefühl von Weihnachten 1999, als ich von meinen Eltern die blaue Edition bekam und meine Schwester mir von einem ihrer ersten Ausbildungsgehälter auch noch die rote Edition schenkte. Kann ich es beschreiben? Nein, nicht wirklich genau. Aber mein Herzklopfen, wenn ich diese beiden Editionen – die Originale die ich damals bekam – in meinem Regal sehe, das kann mir sehr genau sagen, wie glücklich ich bis heute bin, dieses Weihnachten erlebt zu haben.

NES-und-DS

Es gibt noch viele weitere dieser Beispiele. Bis heute verbinde ich mit sehr vielen Sammlungsstücken ganz besondere Ereignisse oder auch Phasen in meinem bisherigen Leben.

Man muss nicht alles sammeln

Bei mir gibt es mehrere Regeln, die ich mir selber über die Zeit gesetzt habe. Ich brauche nicht jedes winzige Merch-Körnchen eines Fandoms, das ich verfolge. Ich habe beispielsweise Taschentücher von Spider-Man gekauft, das bereue ich etwas. Ich hab auch Star Wars Taschentücher, aber DAS IST STAR WARS. Naja und es war eine spaßige Zugabe zu einem Weihnachtsgeschenk, das mir mein Neffe gemacht hat.

In meinem Fundus gibt es keine Brotbüchsen, Trinkfläschchen, Kinderrucksäcke oder ähnliches. Auch viele normale Actionfiguren finde ich weniger interessant. Auch bei neuen Käufen achte ich sehr darauf, dass sie nicht im Merchandise-Meer untergehen, sondern herausstechen.

Denn wo andere einen Kerzenhalter, eine Vase oder Ziersteine- und -pflanzen hinstellen, stehen bei mir Actionfiguren, Limited Editions von Spielen oder Filmen oder gerahmte Postkarten von Tokyopop. Meine Sammlung wird nicht weggeschlossen, sie findet sich in jedem Zimmer meiner inzwischen viel zu kleinen Wohnung wieder.

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Was sammelt er denn jetzt alles?

Etwas Angeberei muss natürlich schon sein, so möchte ich euch mal einen kleinen textlichen Einblick geben, da ich euch auf den Fotos nicht alles zeigen kann. Meine versierteste Sammlung ist sicherlich Star Wars. Seit ich Star Wars das erste mal sah, das dürfte so 1990 gewesen sein, bin ich absolut verliebt in dieses Meisterwerk. Ich besitze Romane, „Fachbücher“, Actionfiguren, riesige Actionfiguren, Sammelkartenspiele, Videospiele, die Filme, die Ewok-Filme, ein Ewok-Kinderbuch, kleine Figürchen, Tabletop-Spiele, Manga, Comics, Poster, Tassen, Tischunterlagen, Bettwäsche, Socken, T-Shirts, Caps und leere Getränkeflaschen von Star Wars. Und ganz sicher hab ich irgendetwas vergessen.

Star-Wars-Kram

Die zweitumfangreichste Sammlung, auf ähnlicher Stufe, ist die Marvel-Sammlung. Witzigerweise bin ich erst vor relativ kurzer Zeit wieder so sehr zum Marvel- oder allgemein Comic-Fan geworden, das war ungefähr 2011. Und ja, es waren die MCU Filme, die mich, abgesehen von Spider-Man und X-Men, wirklich wieder so sehr für die Sache begeistern konnten. Doch reicht meine Liebe zu den X-Men weiter zurück, die startete 1997 mit der ersten Ausgabe der deutschen Version der X-Men (1991) Comics. Von Marvel habe ich verschiedene Figuren aus der Marvel Select Reihe von Diamond Select, dazu gesellen sich Comics aus den 90er Jahren, aktuelle Comics, Realverfilmungen, Kleidung und Accessoires und diverser Kleinkram, wie beispielsweise die Spider-Man Taschentücher.

X-Men-Comics

Neben den beiden wirklich, auch wegen ihrer Zugänglichkeit, großen Sammelblöcken findet ihr bei mir Manga, Comics, Wrestling-Stuff, Videospiele, Filme, Magic-Karten, (neuerdings) Pokémon-Karten und verschiedenste Figuren.

Das sammelst du?

Ein Punkt, der mich stolz macht und aus meiner Perspektive nach außen aber auch oft ärgert: Kritik an Fandoms, die eventuell für Männer untypisch sind. Ich mag My Little Pony und Hello Kitty sehr. Insgesamt finde ich niedliche Sachen toll. So habe ich auch einigen Kleinkram dieser beiden Universen und erfreue mich derzeit dem Sammeln kleiner My Little Pony Figuren (die ohne „echtes“ Haar!). Damit geht nicht jeder so locker um und oft hört man dann auch mal negative Töne. Wie ich damit umgehe? Sehr offensiv. Ich mag die Artikel, ich finde My Little Pony sehr schön und es gefällt mir. Ich muss mich nicht für Dinge schämen, die ich mag und die mir ein gutes Gefühl geben.

Richtig ist, was glücklich macht.

Und deswegen ein ganz klarer Tipp an euch: was es auch ist, das ihr sammelt, welchem Fan-Universum ihr angehört und in welche winzig kleine Nische ihr auch krabbelt. Solange euch eure Sammlungen, eure Interessen glücklich machen, solange sammelt ihr genau das Richtige!