Collector Talk #2: Assassin’s Creed – Kann der Film die Spielelücke schließen?

von | 29. Dezember 2016 | Collector Talk | 0 Kommentare

Tatsächlich ist die Entscheidung den Film anzusehen sehr spontan gefallen. Zwar wusste ich, dass eine Assassin’s Creed Verfilmung um Weihnachten erscheint, die Idee den Film dann anzuschauen hatte aber jemand anderes. Dass hier echte Größen wie Justin Kurzel, Michael Fassbender oder auch Marion Cotillard mitgewirkt haben, wusste ich nicht. Auch Trailer, Bildmaterial oder Filmausschnitte hatte ich mir im Vorfeld nicht angeschaut. Ohne große Erwartungen, eigentlich schon fast ahnungslos, habe ich mich also in die Preview-Vorstellung begeben.

Wie es mir schlussendlich mit dem Film ergangen ist, könnt ihr hier nachlesen. Beachtet bitte, dass der folgende Text Spoiler enthält.

Assassin's Creed Film

Der Film startet mit einigen Unheil verkündenden Texten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht dabei der sagenumwobene Apfel vom Baum der Erkenntnis aus dem Garten Eden. Diesem wird nachgesagt, die Macht des freien Willens zu beherbergen. Sozusagen der Ursprung der menschlichen Sünde.

Für Fans der Assassin’s Creed Videospiele stellt dies definitiv keine Neuheit dar. Bereits in den ersten Teilen der Serie erfuhr der Spieler, dass der Edenapfel von der sogenannten ersten Zivilisation oder auch die, die davor kamen, geschaffen wurde und dazu diente, die menschliche Bevölkerung in Zaum zu halten. Von der Macht angetrieben führte dieses Artefakt zu dem jahrhundertealten Konflikt zwischen Templern und den Assassinen, der bis in die Neuzeit andauert.

Nach der Einführung findet man sich in Spanien im Jahr 1492 wieder. Inmitten eines imposanten Gewölbes wohnt man einer Zeremonie bei. Ein abgetrennter Ringfinger und der Slogan „”Nichts ist wahr, alles ist erlaubt” zeigen uns schnell, dass hier ein neuer Assassine seine Hingabe für das Kredo unter Beweis stellt.

Szenenwechsel. Wir schreiben das 1986. Der gerade einmal 9 Jahre alte Callum Lynch (Cal) wird Zeuge an dem Tod seiner Mutter. Sichtlich verstört von dem traumatischen Erlebnis schlägt Cal den Weg der Gewalt ein und wird zum Mörder. Für diese Tat soll er nun im Jahr 2016 in Texas selbst mit dem Leben bezahlen.

Allen Anscheins nach, meint es das Schicksal jedoch gut mit Cal. Vermeintlich exekutiert wacht er orientierungslos in einem kalten Raum auf, wo bereits die Wissenschaftlerin Sophia Rikkin wartet. Nach anfänglichen Problemen wird Cal eröffnet, warum er nach Madrid gebracht wurde. Ziel ist es – natürlich im Namen der Wissenschaft – die Welt von Gewalt zu befreien. Den Schlüssel hierfür trägt der Protagonist als Nachfahre des Assassinen Aguilar praktischerweise bereits in sich. Als Gegenleistung wird ein neues Leben in Aussicht gestellt.

Assassin's Creed Abstergo

Die entsprechende Technologie bringt das selbst finanzierte Forschungsinstitut namens Abstergo Industries natürlich auch gleich mit: Den Animus. Mit ihm können Informationen aus der DNA einer angeschlossenen Person ausgelesen und als virtuelles Bild dargestellt werden. Dieses sieht sowohl die Person selbst als auch die beobachtenden Wissenschaftler. Anders als im Videospiel liegt der Proband nicht nur teilnahmslos auf einem Stuhl, sondern bewegt sich mittels einer Art Kran-Kralle selbst im Raum und erlebt so die Erinnerung.

Zurück im Spanien des 1500 Jahrhundert. Ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit und somit idealer Schauplatz, um auf reale historische Ereignisse einzugehen. Was den Spielen bisweilen immer sehr gut gelungen ist, wird nun auch im Film probiert.

Aguilar und seine Partnerin Maria planen die Rettung des Prinzen Ahmed von Granada, dem Sohn des Sultans Muhammad XII und letzten arabischen Herrscher der Iberischen Halbinsel.

Ziel ist es zu verhindern, dass der Sultan und Assassinen-Sympathisant – der im Besitz des Edenapfels ist – diesen nicht leichtfertig im Tausch für das Leben seines Sohnes herausgibt. Die Rettungsaktion ist leider nur bedingt erfolgreich und führt zu einer Beendigung der Animus-Visualisierung in der Jetztzeit.

Auch hier spitzen sich die Ereignisse zu. Abstergo Industries geleitet von CEO Dr. Alan Rikkin wird zunehmend unter Druck gesetzt, sollte der Edenapfel nicht bald gefunden werden.

Zwischenzeitlich macht Cal nach seinem Aufenthalt im Animus erstmals Erfahrung mit dem Sicker-Effekt. Dieser bewirkt, dass die Fähigkeiten des Assassinen Ahnens Aguilar zunehmend auf ihn „übertragen“ werden.

Spätestens als die anderen Test-Personen im Abstergo Forschungskomplex zunehmend nervöser werden, dürfte aber auch dem letzten Zuschauer klar geworden sein, dass es sich bei Abstergo Industries nicht um eine Organisation handelt, die am Wohle der Menschheit interessiert ist.

Unter Zugzwang und Anwendung von Gewalt wird Cal erneut in den Animus gespannt. Eine wilde und actionreiche Verfolgungsszene ist der Lohn. Dank der perfekt einstudierten Sprung- und Klettereinlagen – über und durch die Gebäude des mittelalterlichen Spaniens – fühlt man sich direkt an die Spiele erinnert und traut sich fast gar nicht zu blinzeln. Der Abgang erfolgt selbstverständlich stilgerecht mit dem Todessprung.

Assassin's Creed Verfolgungsjagd

Zurück in der Neuzeit erfährt Cal einige brisante Neuigkeiten aus seiner Vergangenheit. Angetrieben von Hass und Rachegefühlen beschließt er mit Abstergo zu kooperieren und steigt ein letztes Mal, nun freiwillig, in den Animus. Die abgewandelten Ereignisse spielen auf den Abschluss der Reconquista in Spanien an, die damals das Ende der fast 800-jährigen Herrschaft der Mauren bedeutete und Christoph Kolumbus zu seiner Seereise – und der Entdeckung Amerikas – verhalfen.

Was anschließend in Madrid bei Abstergo Industries passiert, lässt leider das Gefühl aufkommen, dass die Macher den Film einfach nur schnell zu Ende bringen wollten. Die Charakterentwicklungen wirken gezwungen und unlogisch. Bewusst wird vieles offen gehalten, was ebenfalls nicht dazu beiträgt die Logiklöcher zu füllen und eher den Anschein erwecken, dass man sich viele Elemente für eine Fortsetzung aufheben wollte.

Immerhin finden am Ende noch ein paar Rauchbomben ihren Einsatz und sorgen so für etwas Assassinen-Feeling.

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